Universitatea Cluj – Pandurii Targu Jiu

Universitatea Cluj – Pandurii Targu Jiu 2:0
01.06.2019
Liga II
Cluj Arena

Das erste Wochenende nach dem Saisonabschluss des FCKs sollte genutzt werden um noch einmal Spiele in Rumänien zu schauen. Während die Champions Group der ersten Liga bereits an ihrem Ende angelangt war und der rumänische Meister damit schon feststand, sollte noch der letzte Spieltag der zweiten Liga sowie der letzte Spieltag der Relegations Gruppe der ersten Liga an diesem Wochenende stattfinden. Ob wirklich zwei Spiele möglich sind, wussten wie erst kurz vor dem Wochenende aufgrund der sehr kurzfristigen Ansetzungen der Spiele. Auf jedenfall wollten wir bei dem Spiel von „U“ Cluj im Stadion sein, da die Konstellation ein interessantes Spiel und ein gut befülltes Stadion vorhersagen ließ. Vor dem Spiel stand Universitatea auf dem dritten Platz der zweiten Liga, was dem erreichen der Aufstiegsrelegation entspricht. Der Zweite Platz war seit einer Woche nicht mehr in Reichweite und somit war ein direkter Aufstieg zwar nicht mehr möglich, der dritte Platz musste allerdings in diesem Spiel erst noch gegenüber Petrotlul Ploeisti im Fernduell verteidigt werden. Aufgrund des zu erwartenden Zuschaueraufkommens wollten wir uns eigentlich früh zeitig auf in Richtung Stadion begeben, irgendwie vertrödelten wir uns allerdings dermaßen und konnten erst knapp 10 Minuten vor Anpfiff die Kartenhäuschen erreichen, an denen zu diesem Zeitpunkt sehr viel los war. Im Kopf wurde der Anstoß bereits abgehackt, bis ein fliegender Händler mit einigen Karten für die Kurve erspäht wurde. Für insgesamt schlappe 4 Euro konnten wir uns den Zugang zum Stadion erkaufen. Bei den Eingangskontrollen konnten wir dank des Touri-Bonuses auch unsere E-Zigaretten mit rein nehmen und betraten letztenendes doch noch pünktlich zum Anpfiff die gut befüllte Kurve.

Diese machte von Beginn an gut Dampf und konnte mit einer ordentlichen Lautstärke und viel Bewegung aufwarten. Etwa zur 10 Spielminute, kurz nach dem Führungstor, fabrizierte die Kurve dann tatsächlich auch noch etwas Rauch. Mehrere Bengalen erleuchteten die Kurve zu Ehren von Radu. Zusammen mit der kleinen Zaunfahne sowie der großen Schwenkfahne, auf denen bei beiden sein Konterfei abgebildet ist, und einem Lied zu seinen Ehren, war das ein absoluter Gänsehaut Moment. Die Kurve konnte die Lautstärke und die Intensität der Lieder die restliche Zeit der Hälfte so weiter tragen, lediglich auf dem Platz passierte in der ersten Hälfte nichts mehr. Gäste waren, bis auf einen älteren Herr mit einer kleiner Panduri Fahne auf dem Schoß, keine anwesend. Dieser Mann ist allerdings eine kleine Legende in Rumänien, da er sein Team bei jedem Spiel begleitet und dabei fast immer allein ist.

Die Halbzeit stand dann im Zeichen der Choreo, die die Ultras zusammen mit einigen Kindern anfertigten. Lautstark wurden alle Kinder aufgefordert in die Kurve zu kommen, wo an sie dann selbst gemalte Fahnen verteilt wurden. Diese wurden zuvor von verschiedenen Kindern in den Tagen zuvor selbst gemalt und von den Ultras bis zum Spiel aufbewahrt. Die Motive waren dementsprechend kindlich, Minions und andere Cartoon Figuren, waren auf den Fahnen zu sehen. Natürlich immer mit einem Bezug zum Verein. Ein buntes Spruchband vor der Kurve rundete die Aktion ab, welches Übersetzt in etwa die Zukunft von Cluj bedeutete. Klasse Idee und für die kleinen bestimmt eine Aktion die sie mehr an den Verein bindet. Auf dem Rasen konnte U Cluj das 0:2 nachlegen, was mit einem richtig lauten „Wir steigen auf“ Schlachtruf gefeiert wurde. Ein weiteres Highlight war wohl der Wechselgesang mit dem Sitzplatz, während in Deutschland hier kurze Schlachtrufe die Regel sind, erklingt hier ein melodisches Lied. Zwei Farben, eine Liebe – Weil Schwarz und Weiß mich glücklich macht – Zwei Farben, eine Stimme – die heute aus den Kehlen der Ultras erklingt. Zaubertraum! Auch einer der Spieler wollte sich das Spektakel auf den Rängen nicht entgehen lassen und kam nach seiner Auswechslung in die Kurve um mit den Fans zu singen und über das Megafon das ein oder andere Lied an zustimmen. Bei näherer Betrachtung des Trikots fiel auf, das alle Spieler auf der Vorderseite ihres Trikots das Konterfei von Radu trugen und den Rückenaufdruck Radu Tenter anstelle ihres eigenen Namens hatten. Absolute klasse Aktion und unterstreicht wohl den neu aufgebauten Zusammenhalt zwischen Fanszene und Verein in den letzten schwierigen Jahren sehr gut. Das Spiel endete schließlich 2:0 Die Mannschaft und die Fans feiern nach dem Spiel kurz das Erreichen der Relegation und werden mit einem lautstarken „Wir steigen auf“ von allen Zuschauer verabschiedet, welches mir selbst beim schreiben dieser Zeilen noch einmal Gänsehaut bescherte.

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